Met - das Getränk der Germanen.
Was für die Römer und Griechen der Traubenwein bedeutete, das war für die Germanen im kühlen Norden der Honigwein - der Met. Wie schon gesagt, spielt bei der Weinherstellung der Zucker eine große Rolle. Da bietet sich natürlich auch der Honig an, der neben Aromastoffen aus reinem Zucker besteht. Da der Honig in seiner reinen Form nicht gärt, muß er mit Wasser verdünnt werden. Dabei sollte sich der Honig völlig im Wasser auflösen. Das erreicht man, wenn man das Honig-Wasser-Gemisch unter ständigem Rühren im Wasserbad auf 50 Grad C erhitzt. Nach dem Erkalten wird entsprechend dem Rezept Hefenährsalz, Milchsäure und Reinzuchthefe hinzugegeben. Weil der Honig keine Trübstoffe enthält, die bei der Gärung eine wichtige Rolle spielen, muß auf auf 10 Ltr. Ansatz noch 10g reines in etwas Wasser angerührtes Weizenmehl zugefügt werden. In diesen Ansatz gibt man nun auch die Hefenährsalz-Tabletten und die Säure.Säure ist wichtig für den Geschmack, vor allem aber auch für die Haltbarkeit von Weinen. Ein Wein ohne Säure schmeckt fade. Beim Met ist die Zugabe von Säure wichtig, weil der Honig von Natur aus nur ganz wenig Säure hat, er besteht fast aus reinem Zucker. Zur Säuerung bieten sich Milchsäure und Zitronensäure an, wobei die Milchsäure auf jeden Fall vorzuziehen ist, weil sie keiner chemischen Veränderung unterworfen wird. Das Gärgefäß, z.B. ein Gärballon, wird jetzt über einen Trichter zu 2/3 mit dem Metansatz befüllt, damit der sich bildende Gärschaum nicht aus dem Gefäß herausquillt.
Das Met-Rezept:
- 3,5 kg Bienenhonig,
- 7 ltr. Wasser,
- 30g 80%ige Milchsäure,
- 4 Tabl. Hefenährsalz,
- 10g Weizenmehl angerührt,
- Reinzuchthefe.
Man erhält 10 Liter Honigwein. Für andere Mengen, kann man selbst leicht umrechnen. Bei der Wahl des Honigs kann auf billige Importware zurückgegriffen oder sogar eine Mischung aus 2 kg Bienenhonig und 1,5 kg Kunsthonig hergestellt werden. Bei der Reinzuchthefe sollte möglichst die Sorte Portwein oder Sherry gewählt werden, es geht aber auch mit unspezifischer Hefe.Die Gärung des Honigweins verläuft meist sehr langsam (2 bis 4 Monate). Man kann sie unterstützen, indem der Inhalt der Flasche oder des Ballons von Zeit zu Zeit durchgeschüttelt wird. Empfehlenswert für die Gärung ist eine Zimmertemperatur von 18° bis 22° C. Nach Abschluß der Gärung setzt sich die Hefe am Gefäßboden ab. Mit einem Schlauch kann man den Honigwein in ein anderes Gefäß abziehen.